Landtagsfraktion

Ehrenamtliches Engagement darf nicht dazu missbraucht werden, öffentliche Aufgaben auf Ehrenamtliche abzuwälzen

13. September 2018  Landtagsfraktion

Anlässlich der Aktuellen Stunde der SPD-Fraktion ‚Zwei Millionen ehrenamtlich Tätige verdienen Respekt und Anerkennung – nicht die Einführung eines Ehrenamts erster und zweiter Klasse, wie es die CDU in Hessen will‘ erklärt Jan Schalauske, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

 

„Das Spektrum ehrenamtlichen Engagements ist groß und vielfältig. Es reicht vom Einsatz im Sportverein oder der Freiwilligen Feuerwehr über Aktive in Sozialverbänden, Gewerkschaften, Eine-Weltläden, Umweltgruppen, Flüchtlingshelfern bis zu antifaschistischen Initiativen und Bildungsarbeit. All diesen Menschen gehört unsere Anerkennung.

Aber es gibt beim Thema Ehrenamt auch eine andere Seite: Seit Jahren zieht sich der Staat aus Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge zurück und überträgt sie dem Ehrenamt. Dazu sagt DIE LINKE:  Das zunehmende, unterstützenswerte ehrenamtliche Engagement darf nicht dazu missbraucht werden, öffentliche Aufgaben auf die Schultern der Ehrenamtlichen abzuwälzen.“

Zu beklagen sei außerdem, dass die Ehrenamtscard bisher nur einen Bruchteil der Ehrenamtlichen erreiche, so Schalauske. Der Vorstoß des hessischen Ministerpräsidenten und CDU-Spitzenkandidaten Volker Bouffier, ein vergünstigtes ÖPNV-Ticket für Ehrenamtscard-Inhaber einzuführen, sei wohl vor allem der Versuch, ein bisher wenig erfolgreiches Modell zu retten.

Schalauske: „DIE LINKE begrüßt es ausdrücklich, wenn weitere Personengruppen hessenweit kostenlos oder kostengünstig Bus und Bahn fahren können. Der öffentliche Nahverkehr gehört aus sozialen und ökologischen Gründen massiv gefördert. Leider sollen nur 15.000 von zwei Millionen ehrenamtlich tätigen Menschen in den Genuss des Tickets kommen. Diese Zahl zeigt: Die Initiative ist leider nicht mehr als ein Tippelschritt in die richtige Richtung.