Was tun, wenn die Atomfracht kommt?

Was tun, wenn die Atomfracht kommt?

2027, so planen es die Verantwortlichen, soll das Zwischenlager für atomare Abfälle in Würgassen in Betrieb gehen. In der Folge soll die Atomfracht durch unsere Städte und Dörfer rollen, denn im Landkreis Kassel liegt einer von fünf möglichen Transportkorridoren.

Das nukleare Erbe des Irrwegs Atomkraft wird die Menschheit noch Jahrtausende belasten. Noch immer gibt es kein Entsorgungskonzept für ausgediente Brennstäbe. Aber auch für ca. 300.000 m³ schwach- und mittelradioaktiven Atommüll ist eine Lösung in weiter Ferne. Geplant ist, diese strahlende Hinterlassenschaft im ehemaligen Bergwerk „Schacht Konrad“ einzulagern. Ob die bergmännischen, rechtlichen und geologischen Voraussetzungen aber rechtssicher gegeben sind, ist bei heute unklar. Klar ist aber, dass bundesweit mindestens 17 Atommeiler abgebaut und verschrottet werden sollen.

„Zwischenlagern“ ist keine Lösung

Große Mengen dieses belasteten Materials soll vor Ort in Transportcontainer verpackt und in das geplante Zwischenlager in Würgassen gebracht werden. Dort soll das Material sortiert und versandfertig zum Schacht Konrad gemacht werden. Oder, so befürchten es nicht wenige, dort erst einmal stehen bleiben, bis es eine Lösung für die Endlagerung gibt. Derzeit laufen die Genehmigungsverfahren für das Zwischenlager, das ebenfalls 2027 seinen Betrieb aufnehmen soll.

Strahlend durch unsere Städte und Dörfer

Jeden Tag sollen 20 LKWs die strahlende Fracht anliefern und vieles was aus Richtung Süden kommt, soll seinen Weg durch den Landkreis Kassel nehmen. Von der Autobahn 7 Ausfahrt Hann. Münden-Hedemünden soll die Fahrt auf der kurvenreichen B 80 verlaufen. Auf der Strecke liegen die Gemeinden Reinhardshagen, Wesertal und Bad Karlshafen in denen es mitten durch den Ort gehen wird. Ob es auch Transporte über Kassel, Vellmar und Hofgeismar geben wird ist derzeit noch unklar. Der südliche und östliche Teil des Landkreises wird sicher auch betroffen sein, da hier die Autobahnen A7 und A49 für den Transport genutzt werden sollen.

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen

Noch ist die Gelegenheit, den Standort Würgassen zu verhindern. Viele Kriterien, die eigentlich für die Standortsuche vereinbart wurden, können nicht erfüllt werden. Nicht nur vor Ort regt sich Widerstand und Protest, die Forderung die Standortfrage neu zu diskutieren ist allgegenwärtig. Zusätzlich macht uns das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Zwischenlagerung von Atomabfällen in Hanau Mut. Hier hat sich die Stadt Hanau erfolgreich gegen eine Baugenehmigung gewehrt.

Als LINKE werden wir deutlich machen, dass der Begriff „strukturschwach“ nicht verwechselt werden darf mit „Kümmert sich eh keiner drum, da kann der Müll hin“. Wir wehren uns gegen die Pläne unsere Region mit Atomtransporten zu überziehen und das Dreiländereck Nordrhein-Westfalen, Niedersachen, Hessen als Logistikdrehscheibe für Atommüll zu entwickeln.

Gerne laden wir Sie zu unseren Aktionen ein, werden Sie aktiv, nicht radioaktiv.

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