Bei Saisonarbeitern werden Alarmzeichen übersehen – LINKE fordert mehr Kontrollen der Betriebe

Bei Saisonarbeitern werden Alarmzeichen übersehen – LINKE fordert mehr Kontrollen der Betriebe

Die Würde des Spargels ist unantastbar

Anlässlich der Beantwortung des Dringlichen Berichtantrages zur Situation der Saisonarbeiter in der Landwirtschaft und in der lebensmittelverarbeitenden Industrie in Hessen im Umweltausschuss durch Landwirtschaftsministerin Priska Hinz erklärt Torsten Felstehausen, Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Die bundesweiten Erkenntnisse über Infektionszahlen bei Saisonarbeitnehmern müssten auch in Hessen alle Alarmglocken schrillen lassen. Leider wiederholt sich auch hier das bekannte hessische Muster. Die Landwirtschaftsministerin erklärt sich entweder für nicht zuständig oder verweist darauf, keine eigenen Zahlen zu haben.“

Wenn die Hessische Landesregierung sich freue, dass ca. 4.300 ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach Hessen gekommen seien, um billigen Spargel, billige Erdbeeren und billiges Fleisch zu produzieren, müsse sie sich jetzt auch der Verantwortung gegenüber den Beschäftigten, aber auch der Bevölkerung Hessens stellen, so Felstehausen.

Anstatt den unhaltbaren Zuständen in den Unterkünften, dem Transport aber auch der Gemeinschaftsverpflegung ausländischer Saisonarbeitnehmer auf den Grund zu gehen, setzt die Landesregierung weiter auf Selbstauskünfte und Handlungshilfen.

Nur mit einer ämterübergreifenden Zusammenarbeit in der Kontrolle der Arbeitgeber, durch den Arbeitsschutz, den Zoll, sowie den Gesundheits- und Bauämtern sind eine weitere Ausbreitung des Infektionsgeschehens bei Saisonarbeitskräften möglich.“

Heidemarie Scheuch-Paschkewitz, landwirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im hessischen Landtag ergänzt:

„Wenn die Beschäftigten weiter in zu kleinen Sammelunterkünften schlafen, gemeinsam in Speisesälen essen und in überfüllten Kleintransportern zur Arbeit gebracht werden, ist die Entstehung weiterer Corona-Hotspots wie in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein vorprogrammiert.

Hier helfe es nicht lediglich auf Selbstauskünfte und Handlungshilfen zu verweisen, notwendig wären jetzt flächendeckende Vor-Ort-Kontrollen zur Einhaltung der Bestimmungen und Tests der Beschäftigten.“

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