Einleitgenehmigung für Merck: Landesregierung muss eigene Spurenstoffstrategie ernst nehmen – Genehmigung muss zurückgezogen werden

Einleitgenehmigung für Merck: Landesregierung muss eigene Spurenstoffstrategie ernst nehmen – Genehmigung muss zurückgezogen werden

Zu der Einleitgenehmigung für Industrieabwässer des Darmstädter Pharma- und Chemieunternehmens Merck erklärt Christiane Böhm, südhessische Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag aus dem Kreis Groß-Gerau:

„Chemikalien aus der Produktion der Firma Merck haben in Grund- und Fließgewässern des Hessischen Rieds nichts verloren. Die hessische Umweltministerin Priska Hinz muss die Einleitgenehmigung sofort zurücknehmen. Die Industrieabwässer der Firma Merck sind nachweislich die Quelle für ca. 235 Spurenstoffe, die im Trinkwasserbrunnen des Wasserwerkes Dornheim bei Groß-Gerau im Hessischen Ried nachgewiesen wurden.“ 

Seit spätestens 2015 sei das Problem bekannt, so Böhm. Ein Gutachten des hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) habe gezeigt, dass die Abwässer der Firma Merck die Quelle der chemischen Spurenstoffe im Trinkwasserbrunnen des Wasserwerkes Dornheim seien. Seit 2018 gibt es die hessische Spurenstoffstrategie, die die Verringerung des Eintrags von Spurenstoffen in Grund- und Oberflächengewässern zum Ziel habe. Schwerpunkt der Umsetzung sei das Hessische Ried. Zum Start teilte die hessische Umweltministerin mit, dass von großer Bedeutung vor allem Maßnahmen seien, die die Spurenstoffe an der Quelle verringern. Die Spurenstoffstrategie siehe vor, die Einleitung von Spurenstoffen durch gewerbliche Direkt- und Indirekteinleiter zu reduzieren.

„Die vom Regierungspräsidium Darmstadt erteilte Einleitgenehmigung für Merck straft das Lügen. Unsere Forderung ist ganz klar: Merck muss die chemischen Spurenstoffe aus seinen Abwässern entfernen und sachgerecht entsorgen. Der Chemiecocktail, den Merck angerichtet hat, darf nicht im Grundwasser landen.“

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