Marjana Schott

Defizite des Flughafens Kassel-Calden bringen Gemeinden in Not – Land soll Anteile von Calden übernehmen

05. Dezember 2018  Marjana Schott

Flughafen Calden sofort zum Verkehrsflughafen zurückstufenZu den jährlichen Defiziten des Flughafens Kassel-Calden und der Forderung der Gemeinde Calden, dass das Land Hessen die Anteile der Gemeinde übernehmen solle, erklärt Marjana Schott, umwelt- und verbraucherpolitische Sprecherin der Fraktion DIE  LINKE. im Hessischen Landtag:
„Es kann nicht sein, dass der Gemeinde Calden der Haushalt nicht genehmigt wird und diese handlungsunfähig wird, weil Hessens Finanzminister an einem gescheiterten Prestigeprojekt von Roland Koch festhält und jedes Jahr mit Millionen die Ferienfliegerei subventioniert. Die jährlichen Defizite des Flughafens drücken den Haushalt der Gemeinde Calden ins Minus. Die Landesregierung muss, wie von der Gemeinde Calden gefordert, ihre Anteile übernehmen.“
Der Flughafen Kassel-Calden mache pro Jahr ein Defizit von mindestens 20 Millionen Euro. Die Landesregierung rechne dieses Defizit klein, indem die Kosten für die sogenannten hoheitlichen Aufgaben – wie Feuerwehr, Grenzschutz oder Flugsicherung sowie die Finanzierungskosten des Flughafens außen vor ließe, so Schott. Calden sei mit sechs Prozent an dem Regionalflughafen beteiligt und leide schon seit Jahren unter den Defiziten.
Schott: „Die Ferienfliegerei am Standort ist und bleibt wirtschaftlich ein kleines, aber teures Verlustgeschäft. Die Defizite des Flughafens können durch eine Herabstufung zum
Verkehrslandeplatz dauerhaft gesenkt werden, ohne dass es Einschränkungen im Flugverkehr geben müsste. Statt weiter die klimaschädliche Ferienfliegerei zu subventionieren, sollte die schwarzgrüne Landesregierung lieber in den öffentlichen Personennahverkehr, Mobilfunk, den Aufbau der Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität oder in die Breitbandversorgung sowie erneuerbare Energien investieren.
Es ist vielleicht schön, wenn jedes Jahr ein paar Leute von Calden für zwei Wochen in die Sonne fliegen können. Noch schöner wäre es jedoch, wenn alle Menschen in Nordhessen günstig und sauber ihre täglichen Wege zurücklegen könnten und dabei auch noch das ein oder andere Bit an Daten über den Mobilfunk bekommen würden.“

Die Betreuung unserer Kinder ausbauen und verbessern!

27. Oktober 2018  Marjana Schott

Wenn Kinder sich in der KiTa wohl fühlen sollen, Eltern ohne Sorge um ihre Kinder an die Arbeit gehen wollen, dann braucht es eine Ausstattung in den Kitas, die das möglich macht.

Kitas sind heute keine schlichte Kinderbetreuung mehr, sondern Bildungseinrichtung. Wenn wir all diese Ansprüche unter einen Hut bringen wollen, müssen genügend Erzieher und Erzieherinnen beschäftigt werden und die Gruppen verkleinert werden. Nun wird oft behauptet, es gäbe nicht ausreichend Personal. Das stimmt aber so gar nicht. Nach wie vor sind viele Erzieherinnen und Erzieher nur in Teilzeit beschäftigt, nicht, weil sie das so wollen, sondern weil es für die KiTa besser ist. Wenn eine Erzieherin oder ein Erzieher krank ist, werden die Kollegen gebeten, ihre Stunden aufzustocken. Das bedeutet aber, dass man viel mehr Erzieher und Erzieherinnen braucht.

Für das Personal heißt Teilzeit weniger Einkommen und damit auch weniger Altersversorgung. Bei einer Gruppengröße von 25 Kindern und nicht mal zwei Erzieherinnen pro Gruppe ist die Arbeitsbelastung so hoch, dass viele den Beruf vorzeitig verlassen, wenn sie Vollzeit arbeiten. Damit zeigt sich, das Personalproblem ist hausgemacht. Kleinere Gruppen, bessere Arbeitsverträge und mehr Einkommen würde dazu beitragen, dass unser gut ausgebildetes Personal auch im Beruf bleiben würde und es wären auch mehr Menschen bereit diesen wunderbaren Beruf zu ergreifen.

Dazu kommt, dass viele abgeschreckt werden, weil sie während einer 5-jährigen Ausbildung nur im letzten Jahr etwas verdienen, manche zahlen sogar noch Schulgeld.
Inklusion und Integration kann man auch nicht zum Nulltarif haben.

Als DIE LINKE. wollen wir, dass KiTas gebührenfrei für die Eltern sind ohne die Kosten den Kommunen aufzuladen.

Das Land muss hier die Verantwortung übernehmen.
Die Gruppen müssen kleiner werden und Voraussetzungen für die Betreuung von Kindern mit Behinderung müssen geschaffen werden.

Alleinerziehende Elternteile stärken!

25. Oktober 2018  Marjana Schott

Jede 5. Familie ist eine Einelternfamilie mit einem Kind unter 18 Jahren. Insgesamt betrifft das somit etwas mehr als 1,6 Millionen Familien. Alleinerziehende haben mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Vor allem alleinerziehende Mütter sind massiv von Armut bedroht. Sie sind wegen Erwerbslosigkeit, Teilzeitarbeit oder schlechter Bezahlung überdurchschnittlich häufig auf staatliche Hilfen, wie z. B. Hartz 4, angewiesen.

Insgesamt müssen alleinerziehende Väter und Mütter müssen für Wohnen, Nahrung und Kleidung durchschnittlich 59% ihres Einkommens aufbringen. Die Armut von Familien zu verhindern, sollte eine der zentralen Aufgaben einer modernen und zukunftsweisenden Familienpolitik sein.

DIE LINKE. Hessen setzt sich für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein und fordert daher

– eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten
– eine verkürzte und familiengerechte Wochenarbeitszeit von 28-35 Stunden pro Woche
– ein Rückkehrrecht von Teilzeit zur Vollzeit
– einen gesetzlichen Mindestlohn von 12,00 Euro
– einen Kündigungsschutz für Alleinerziehende bis zur Vollendung des 7. Lebensjahres des Kindes
– eine gebührenfreie bedarfs- und altersgerechte Kinderganztagsbetreuung
– ein Betreuungsangebot außerhalb der regulären Öffnungszeiten
– eine bedingungslose Verfügbarkeit des Unterhaltsvorschusses für alle Bedürftigen
– einen Anspruch auf 24 Monate Elterngeld für Alleinerziehende

Kassel ist das Zentrum der hessischen Rüstungsproduktion

23. Oktober 2018  Marjana Schott

In Kassel konzentriert sich ungefähr die Hälfte der Beschäftigten. Krauss-Maffei-Wegmann ist der größte hessische Rüstungsbetrieb und hat allein in Kassel 1.400 Beschäftigte. Aus diesem Werk wurden sämtliche Panzertürme für die Leopard 2–Kampfpanzer geliefert, so auch in die Türkei für den völkerrechtswidrigen Angriff auf den Norden Syriens.

Aktuell sind es 104 Leopard 2 für die Bundeswehr, die von der Industrie zurückgekauft und in Kassel modernisiert werden. Exportiert wird, was und wohin es irgend möglich ist. So werden gerade 62 Leopard 2 des Typs A7+ nach Katar ausgeliefert, für 56 weitere gibt es eine Option. Das Sultanat Oman hat Interesse an 70 Leopard 2 bekundet und Krauss-Maffei-Wegmann beteiligt sich an einer Ausschreibung für Indien über 2.610 Kampfpanzer im Wert von 12 Milliarden Dollar.

Der zweitgrößte Rüstungsbetrieb in Hessen ist Rheinmetall in Kassel mit etwa 1.000 Beschäftigten. Hier werden in einem Gemeinschaftswerk von Rheinmetall und KMW komplett neu entwickelte Schützenpanzer PUMA hergestellt. Die Bundeswehr soll davon bis zum Jahr 2020 350 Exemplare erhalten, die Hälfte davon kommt aus Kassel, die andere aus Unterlüß bei Celle. Sie sind mit einem Stückpreis von 14 Millionen Euro die teuersten Schützenpanzer der Welt und haben im Wesentlichen zwei Funktionen: Einsetzbar sind sie für Panzergrenadiere im Krieg zusammen mit Kampfpanzern, aber infanteristisch Stadtkampf und zur Niederschlagung von Aufständen.

Rheinmetall in Kassel stellt zudem den Radpanzer BOXER her, der auch zur Niederschlagung von Aufständen geeignet ist. Die Bundeswehr hat davon über 400 bestellt. Es wird reges Interesse am Import der BOXER gezeigt: als mögliche Zielländer werden Ägypten, Australien, Großbritannien, Kuwait, Litauen und Saudi-Arabien genannt. Auch wird hier der Radpanzer FUCHS gefertigt. In Algerien entsteht gerade eine Fabrik für die Herstellung von etwa 1.000 Stück. Offiziell sollen die Radpanzer zur Grenzsicherung dienen, lassen sich aber auch hier zur Niederschlagung von Aufständen einsetzen.

Eine weitere bedeutende Rüstungsfirma sei Fritz Werner in Geisenheim. Die Firma verstehe sich als „idealer Partner für die Entwicklung und Umsetzung schlüsselfertiger Munitionsfabriken“ und sei in 60 Ländern aktiv.

Zu nennen sei auch die Zentrale der DB Schenker AG in Frankfurt, die als eine der größten Logistikfirmen der Welt, Waffensysteme und Ausrüstungen für die Bundeswehr und die US-Army transportiere. DB Schenker habe hier bundesweit ein Alleinstellungsmerkmal, was auch auf das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Eschborn zutrifft.

Insgesamt wurden 61 Firmen, die mit Rüstung zu tun haben, in Hessen erfasst. Zur ökonomischen Bedeutung der Rüstungsproduktion: Der Bundesverband der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) geht in von einem durchschnittlichen Bruttoinlandsprodukt pro Beschäftigten von 100.000 Euro im Jahr aus. Schätzen wir, dass es etwa 5.000 in der Rüstungsproduktion Beschäftigte in Hessen gibt, so schaffen diese ein BIP von 500 Millionen Euro im Jahr. Das klingt nach viel, ist jedoch gemessen am BIP Hessens in Höhe von 270 Milliarden Euro 2016 wenig, nämlich weniger als 0,2 Prozent. Auch der Anteil an der Zahl der Erwerbstätigen von über 3,4 Millionen in Hessen ist mit 0,15 Prozent marginal.

Mit anderen Worten: Eine sozialverträgliche Konversion von Rüstungsgütern in zivile Produkte, begleitet von einem steuerlich finanzierten umfassenden Konversionsprogramm, wäre gesellschaftlich verkraftbar.

Wir sehen den Artikel 69 der Hessischen Verfassung als Richtschnur unserer politischen Arbeit an. In dem Verfassungsartikel heißt es, entsprechend einem Artikel im Grundgesetz: „Der Krieg ist geächtet. (…), jede Handlung, die mit der Absicht vorgenommen wird, einen Krieg vorzubereiten, ist verfassungswidrig‘.

Waffen in Krisen- und Kriegsgebiete zu liefern sowie Despoten und Folter-Regimen Polizei- und Rüstungshilfe zukommen zu lassen, ist mit diesem Verfassungsartikel schlicht nicht vereinbar. DIE LINKE. tritt ohne Wenn und Aber für ein Ende der skrupellosen Rüstungsexportpolitik ein, damit nicht länger deutsche Waffen in allen Krisen- und Kriegsregionen dieser Welt anzutreffen sind.

Ich fordere eine echte Gleichstellung von allen Geschlechtern!

20. Oktober 2018  Marjana Schott

Das Grundgesetz und die hessische Verfassung garantieren seit 70 Jahren die Gleichberechtigung der Geschlechter. Und trotzdem ist die Gleichstellung der Geschlechter noch lange nicht erreicht.

Frauen werden immer noch in vielen Bereichen benachteiligt. Das sieht man z. B. daran, dass Frauen immer noch weniger verdienen. Auch in der Haus- und Pflegearbeit übernehmen in den meisten Familien, die Frauen. Führungsetagen in Unternehmen sind überwiegend von Männern besetzt und der Einsatz gegen den alltäglichen Sexismus stößt immer noch Widerstand. Frauen arbeiten häufiger in unfreiwilliger Teilzeit, besonders alleinerziehende Mütter. Dadurch sind vor allem Frauen von der wachsenden Altersarmut betroffen.

Deshalb trete ich für eine strikte Quotierung auf allen Ebenen und in allen Berufen ein. Ich fordere mehr Rechte der kommunalen Frauenbeauftragten und eine Bundesinitiative des Landes Hessen zur Schaffung eines einheitlichen allgemein gültigen Entgeltgleichheitsgesetzes.

Ich will das nicht hinnehmen, dass Menschen für die gleiche Arbeit unterschiedliche Löhne erhalten und Frauen auch heute noch in vielen Bereichen eindeutig benachteiligt sind!

Glyphosat tötet – erst alles Grün und Leben auf dem Acker, dann gelangt es in unsere Gewässer und in unsere Lebensmittel!

16. Oktober 2018  Marjana Schott

Das Pflanzengift ist für Menschen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) „wahrscheinlich krebserregend“. Doch die Agrarlobby verhindert mit Unterstützung der Bundesregierung den europaweiten Glyphosat-Ausstieg. Erst im November 2017 haben die EU-Staaten entschieden, Glyphosat für fünf weitere Jahre zuzulassen.

Glyphosat ist das deutschlandweit am meisten verkaufte Pflanzenschutzmittel. In der Landwirtschaft schwankt der Verbrauch nach den Absatzzahlen der letzten Jahre zwischen 5.000 und 6.000 Tonnen pro Jahr. Im nichtberuflichen Bereich, also in Parks, Grünanlagen, privaten Gärten, stieg der Absatz von Glyphosat nach Aussage der Bundesregierung in Deutschland sogar von 40 Tonnen im Jahr 2012 und auf 95 Tonnen im Jahr 2014. Dieser Bereich ist kaum kontrollierbar.

Mit steigender Nutzung steigt das Risiko, dass der Wirkstoff in die Nahrungskette gelangt. So können sich auch geringe Rückstände zum Problem addieren, auch wenn einzelne Grenzwerte nicht überschritten wurden. Dies erst recht bei unsachgemäßem Umgang und bei Importware aus z. B. Polen.

Deshalb fordere ich zusammen mit DIE LINKE. Hessen als Sofortmaßnahme ein sofortiges Verbot von Glyphosat in Hessen. Über die dazu nötigen rechtlichen Instrumente verfügt eine zukünftige Landesregierung und wir in Hessen könnten mit einem flächendeckenden Verbot als gutes Vorbild voran gehen.

Für ein Gehalt, von dem man in Hessen leben kann: 12 Euro Mindestlohn flächendeckend!

13. Oktober 2018  Marjana Schott

Es gibt immer mehr Menschen, die arm sind, obwohl sie Arbeiten gehen. Und das trotz Mindestlohn von 8,84 Euro. Also merken wir, es ist zu wenig und daran muss sich etwas ändern.

Es kann doch nicht sein, dass es Menschen gibt, die für das Land Hessen arbeiten, sei es im öffentlichen Dienst, in landeseigenen Unternehmen und Gesellschaften, deren Lohn nicht ausreicht, um davon leben zu können und um sich vor späterer Altersarmut ab zu sichern.

Dasselbe gilt für Unternehmen, welche sich um öffentliche Aufträge bewerben oder sogar eine Wirtschaftsförderung erhalten. Warum vergibt das Land Hessen Aufträge an Unternehmen, welche für seine Mitarbeiter grade so den momentanen Mindestlohn zahlt? Das ist Armut per Auftrag!

Wir sollten als Bundesland ein Zeichen setzen gegen Armut trotz Arbeit und einen Landesmindestlohn von 12 Euro einführen. Außerdem sollten nur noch Aufträge an Unternehmen vergeben werden, welche diesen #Mindestlohn auch einhalten, wer dies nicht tut und seine Mitarbeiter weiterhin in die Armut versinken lässt, sollte vom Land Hessen nicht bzw. noch dabei unterstützt werden. Zur Durchsetzung dieses Mindestlohns sollte es empfindliche Sanktionen geben, falls dieser nicht eingehalten wird.

Nicht zu vernachlässigen ist hier außerdem die Jährliche Preisentwicklung, daran sollte sich der Landesmindestlohn ebenfalls orientieren. Schon lange wird alles immer teuer, aber die Löhne bleiben niedrig. Das kann nicht sein, deshalb fordert DIE LINKE. auf Landes- und Bundesebene einen Mindestlohn von mindestens 12,00 Euro.

„Hessen muss barrierefrei werden!“

10. Oktober 2018  Marjana Schott

Menschen sind nicht behindert und sie haben auch keine Behinderung, sondern sie werden behindert; und zwar überall Alltag! Sei es im öffentlichen Nahverkehr oder sogar bei der Wohnungssuche. Kleinigkeiten, wie die Höhe einer Bordsteinkante oder ein fehlendes Signal für Menschen ohne Sehvermögen entscheiden, ob ein Mensch den öffentlichen Raum sicher betreten kann oder nicht.

Anfang 2018 hat Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet. Vor allem geht es in dieser darum, Menschenrechte für Menschen mit Behinderungen zu gewährleisten und Barrieren abzubauen. Die Umsetzung dieser Konvention lässt allerdings im Moment noch auf sich warten.

Barrierefreiheit brauchen wir allerdings nicht nur im Sinne der Mobilität, sondern auch im Bildungssystem oder auf dem Arbeitsmarkt. Alle Kitas und Schulen sollten so unterstützt und ausgestattet werden, dass eine gute und individuelle Betreuung aller Menschen, egal ob mit oder ohne Beeinträchtigung, gewährleistet werden kann.

Um auch auf dem Arbeitsmarkt für Gleichberechtigung zu sorgen, fordern wir eine tarifliche Entlohnung für Werkstattbeschäftigte. Außerdem sollten öffentliche Aufträge bevorzugt an Betriebe mit hohem Schwerbehindertenanteil, an Integrationsunternehmen oder Betriebe mit Integrationsabteilung vergeben werden.

Deshalb setze/n ich mich ein, für ein Hessen, welches in jedem Bereich des Lebens barrierefrei ist.

HNA: Marjana Schott geht für die Linken als Landtagskandidatin erneut ins Rennen

09. Oktober 2018  Marjana Schott

Marjana Schott geht für die Linken als Landtagskandidatin erneut ins Rennen: „Im Mittelpunkt steht der Mensch“

Marjana Schott aus Fuldabrück ist seit 2002 im politischen Geschäft: Schon in jungen Jahren war sie aktiv in der Anti-AKW- und der Friedensbewegung.

Trifft man auf die Landtagsabgeordnete der Linken, Marjana Schott, wird schnell klar: Da nimmt jemand kein Blatt vor den Mund. Schott redet mit Leidenschaft – als Politikerin und als Mensch.

Klar sagt sie heraus, was nach ihrer Meinung in unserer Gesellschaft falsch läuft. „Und das ist ziemlich viel“, sagt die 59-Jährige.

Als Lieblingsort hat sie sich für das HNA-Gespräch das Café Westend in Kassel ausgesucht. Das Ambiente dort findet sie anregend. Wenn sie mal hier ist, trifft sie eigentlich immer jemanden zum Diskutieren. Das zählt zu ihren Passionen.

Seit 2008 sitzt Schott im Hessischen Landtag und tritt zur Landtagswahl am 28. Oktober erneut für die Linken als Kandidatin an. Gerechtigkeit und Umwelt – das sind ihre Themen. Und sie wäre keine Linke, wenn nicht immer auch Kritik am vorherrschenden Gesellschaftssystem mitschwingen würde. „Natürlich würde ich den Kapitalismus am Liebsten abschaffen. Das aber ist illusorisch. Deshalb verfolge ich eine realistische Politik, ohne immer gleich das Große und Ganze infrage zu stellen.“

Und wie sieht das aus? „Die aktuelle politische Landschaft ist geprägt von Unvernunft. Nicht der Mensch steht im Mittelpunkt, sondern kapitalistische Verwertungsinteressen“, sagt Schott. Das ziehe sich durch alle Gesellschaftsbereiche – mit erheblichen Negativeffekten. Mehr Gerechtigkeit könne viel auffangen, „Geld, Ressourcen und Chancen müssen besser verteilt werden“. Noch immer gebe es unterbezahlte Arbeit und benachteiligte Personengruppen wie Frauen, Kinder, Familien und Flüchtlinge. Zudem fehle es an vielen Stellen noch an Bildung und an Integration. Und nach wie vor gebe es eine ungerechte Steuerpolitik, die Reichtum über die Maßen bevorzuge. „Viele Mangelsituationen in unserer Gesellschaft – zum Beispiel zu wenig Pflegepersonal in Krankenhäusern oder der Fachkräftemangel – sind Resultat einer falschen Verteilung von Ressourcen“.

Das Gleiche gelte für den Umweltbereich. „Auch hier wird viel zu wenig investiert und geforscht, um nachhaltig zu wirtschaften oder um die Energie-, die Agrarwende oder die Verkehrswende hinzubekommen“. Stattdessen werden immer noch riesige Autos gebaut, stattdessen darf auf den Ackerflächen der hessischen Staatsdomäne immer noch Glyphosat ausgebracht werden.

Letztlich müsse der Staat viel mehr regulieren – nicht im Sinne einer Diktatur, sondern im Sinne der Vernunft, sagt Schott. „Wir können nicht so weiter machen wie bisher. Und um etwas ändern zu können, möchte ich gerne weiter linke Landespolitik machen“.

Wer ist Marjana Schott?

Marjana Schott wurde am 2. Dezember 1958 in Bad Hersfeld geboren. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Fuldabrück. Beruflich arbeitet sie als Insolvenzverwalterin. Schon während ihres Sozialpädagogik-Studiums in Kassel (1986 bis 1991) interessierte sich Schott für Politik. So war sie seit den 1980er-Jahren aktiv in der Anti-AKW- und der Friedensbewegung. 2002 trat sie zunächst der PDS bei, die dann 2007 in der Partei Die Linke aufging. Dort war sie von 2007 bis 2008 stellvertretende Landesvorsitzende für Hessen. Seit 2008 ist die 59-Jährige Mitglied des Hessischen Landtages.

HNA: Wahlkampf im Saunawagen: Kandidaten beim Schwitzen erleben und mit ihnen sprechen

07. Oktober 2018  Marjana Schott, Tim Zborschil

Kaufungen. In der Sauna lassen sich die besten Verhandlungen führen. Davon ist Carsten Huhn überzeugt. Deshalb lädt er unter dem Motto „Der heiße Stuhl“ Landtagskandidaten in seinen Saunawagen ein.

Diese Sauna auf Rädern, genauer ein Lärchenholzwagen mit Saunaofen und Platz für bis zu 20 Personen, bietet einen Raum für Kommunikation abseits des üblichen Wahlkampfs für die Landtagswahl, erklärt Huhn. Interessant sei laut Huhn der Umgang der Kandidaten miteinander und mit den Besuchern, die an dem Saunaevent teilnehmen möchten. Beim Schwitzen, am Lagerfeuer oder am Grill könnten die Teilnehmer jeweils ab 17 Uhr einen Eindruck von den Kandidaten ohne Rednerpult und Manuskript erhalten, erklärt Huhn.

Die Veranstaltung findet für die Wahlkreise Kassel-Stadt in Kassel im Bereich der Seglergaststätte, Fuldaaue 9, am Freitag, 12. Oktober, statt. Für die Wahlreise Kassel-Land ist das Event am Ziegeleimuseum Oberkaufungen, Niester Straße 24, für Freitag, 19. Oktober, angesetzt.

Zusagen von Kandidaten

Für seine Wahlveranstaltung in der Stadt Kassel konnte Huhn bereits drei Kandidaten gewinnen. Aus dem Wahlkreis 4, Kassel-Stadt II, nehmen Marcel Breidenstein als Ersatz für Karin Müller (Grüne) und Violetta Bock (Die Linken) teil. Vom Wahlkreis 3, Kassel-Stadt I, erhielt Huhn eine Zusage von Torsten Felstehausen, ebenfalls von den Linken.

Bei der Veranstaltung im Landkreis in Kaufungen nehmen vom Bezirk Kassel-Land II bereits vier Kandidaten teil. Frank Williges von der CDU, Susanne Regier (Grüne), Marjana Schott (Die Linke) und Matthias Berghaus (FDP) lassen sich dieses besondere Event nicht entgehen. Vom Wahlreis 1, Kassel-Land I, konnte Huhn Juri Stölzner (Grüne) und Tim Zborschil (Die Linke) für die Teilnahme begeistern. Um weitere Zusagen und Ersatzkandidaten bemühe sich Huhn weiterhin.