Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Bald können Eltern zusammen mit ihren Kindern in den Krieg ziehen

31. Mai 2018  Linksjugend

Anlässlich des Hessentages in Korbach und dem Aufruf „Abrüsten statt Aufrüsten teilt Tim Zborschil, Direktkandidat zur Landtagswahl im Landkreis Kassel und Sprecher der dortigen Linksjugend mit:

„2017 haben 2128 Minderjährige eine militärische Ausbildung bei der Bundeswehr begonnen. Das ist verglichen mit 2011 mehr als eine Verdreifachung. Wenn unsere Verteidigungsministerin mit Vereinbarkeit von Familie und Beruf meinte, dass Eltern bald zusammen mit ihren Kindern in den Krieg ziehen können, ist sie leider erfolgreich. Schon 2014 hat die UN Deutschland empfohlen das Rekrutierungsalter auf 18 zu erhöhen.“

Bunte, coole Kampagnen auf Instagram und Snapchat, YouTube Dokumentationen, die zeigen wie spaßig noch die Arbeit bei der Bundeswehr sei; es gibt quasi keine Berufsbildungsmesse wo die Bundeswehr nicht mit dem größten Werbestand anwesend ist.

Jedes Jahr spendiert die Bundeswehr zudem ganzen Schulklassen kostenlose Ausflüge zum Hessentag – natürlich unter der Voraussetzung, dass man ihren Stand besucht und einen Vortrag hört.

Und selbst Schüler*Innen kurz vor dem Abschluss, Briefe mit Infomaterial nach Hause zu schicken, scheint nicht penetrant genug zu sein – abgesehen davon fragen wir uns woher sie die Adressen haben.

„Ich freue mich, dass mein Antrag zur Auflösung dieser unsäglichen Kooperationsvereinbarung des Landes Hessen und der Bundeswehr, die es überhaupt erst ermöglicht Schüler*Innen direkt zu kontaktieren in das Landtagswahlprogramm der LINKEN aufgenommen wurde. Damit wären diese perfiden Anwerbepraktiken beendet.“, so Zborschil weiter.

Wir bleiben dabei: Kein Werben fürs Sterben. Bundeswehr raus aus Schulen, für ein Werbeverbot und eine Kontaktsperre gegenüber Minderjährigen und eine Erhöhung des Rekrutierungsalter auf 18.

Jemand, der nicht mal Zigaretten kaufen darf, sollte auch nicht in einer Armee ausgebildet werden.


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